Adolf Loos (1870–1933) Architektur. Funktion und Ornament

Galleria Nazionale d’Arte Moderna, Roma
7. Dezember 2006–11. Februar 2007
in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Historischen Institut Rom und der Albertina Wien
Kuratoren: Richard BÖSEL und Vitale ZANCHETTIN

Das Werk Adolf Loos’ (1870–1933) ist für die Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts von grundlegender Bedeutung – nicht nur wegen der Bauwerke, die von dem Architekten realisiert wurden, sondern auch dank seiner Kompromisslosigkeit als Verfechter eines Architekturverständnisses, das die radikale Vereinfachung der Formen zum Ziel hatte. Loos hat eine beträchtliche Anzahl von Werken ausgeführt, zum Großteil solche kleineren Ausmaßes, die unter den zeitgenössischen Architekten sehr schnell große Bekanntheit erlangen sollten und die noch nachhaltiger die Werke der folgenden Generationen beeinflussten. Es ist nicht ganz einfach, die Gründe für diesen Erfolg vollständig zu verstehen. Er gründete jedenfalls in einem neuen Architekturverständnis, das der handwerklichen und der formalen Qualität des Werkes die gleiche Bedeutung zumaß und in der Vorstellung, dass die äußere Form nichts weiter sein sollte als eine ehrliche Antwort auf die Erwartungen der Menschen. Der Verzicht auf jeden überflüssigen Formalismus wurde für Loos gleichermaßen zum Beurteilungskriterium wie zur konkreten Vorgangsweise.

Die Galleria Nazionale d’Arte Moderna stellt dem italienischen Publikum in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Historischen Institut in Rom und der Albertina in Wien zum ersten Mal eine umfassende Auswahl von Entwürfen und Bauten vor, welche die wesentlichen Entwicklungsstufen seiner Arbeit nachvollziehen. Mit Hilfe von eigenhändigen Zeichnungen, Modellen, zeitgenössischen Fotografien und Einrichtungsgegenständen können die bedeutendsten Arbeiten miteinander verglichen und die wichtigsten Schritte eines großen und vielseitigen Œuvres nachvollzogen werden. Die Ausstellungsstücke stammen zu einem guten Teil aus dem Loos-Archiv der Albertina und von anderen Wiener Museen und Leihgebern. In fünf Sektionen mit Entwürfen für Wettbewerbe, realisierten Bauten, Inneneinrichtungen und Gebrauchsgegenständen repräsentieren sie mehr als 40 Bauwerke.
Insgesamt sind 190 Objekte ausgestellt, davon 66 eigenhändige Zeichnungen, viele weitere zeitgenössische Dokumente, 20 rekonstruierende Modelle, davon ein originales aus dem Archiv des Architekten, und 90 Abzüge von zeitgenössischen Fotografien.

 

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